AUF UND AB UND WIEDER AUF
Teil 2

Vie­le haben sich am Beginn der Aus­gangs­be­schrän­kun­gen und Schul­schlie­ßun­gen viel­leicht gedacht, dass uns ein wenig Aus­zeit doch ganz gut­tut. Nun aber hat sich etwas ver­än­dert. Das Urlaubs­ge­fühl ist vor­bei und ein neu­er All­tag hat begon­nen.
Ein All­tag, der uns her­aus­for­dert und uns eini­ges abver­langt.

Um die­se Zeit, die wohl noch län­ger dau­ern wird, ohne grö­ße­re Schä­den zu über­ste­hen, habe ich im letz­ten Blog begon­nen ein Modell der Grup­pen­dy­na­mik zu beschrei­ben und für den Fami­li­en­all­tag Anre­gun­gen zu gege­ben.

Wie ver­spro­chen schrei­be ich heu­te über die nächs­te Stu­fe die­ses Modells.

NORMING – Die Pha­se von Orga­ni­sa­ti­on und kla­ren Struk­tu­ren beginnt

Nach­dem Kon­flik­te auf­ge­tre­ten sind und hof­fent­lich gelöst wur­den, geht es in die­ser Pha­se um Grup­pen­zu­sam­men­halt und Gemein­schaft.
Eine ent­schei­den­de Pha­se, denn nun ist man in der Lage Zusam­men­halt und ‑leben zu orga­ni­sie­ren.
Es wer­den Rol­len fest­ge­legt und Arbei­ten sinn­voll im Team (bei uns in der Fami­lie) ver­teilt.
Man ver­stän­digt sich auf neue Regeln, Umgangs­for­men und Ver­hal­tens­wei­sen. Gemein­sam wird beschlos­sen, wie Zusam­men­ar­beit ablau­fen soll und die Suche nach krea­ti­ven Lösun­gen beginnt.

Der Team­lei­ter (bei uns Eltern) hat die Auf­ga­be Inter­es­sen und Stär­ken der ein­zel­nen Mit­glie­der mit den Auf­ga­ben, die jeder zu tun hat, abzu­stim­men.
Zusätz­lich ist er (in unse­rem Fall die Eltern) ver­ant­wort­lich für die Beach­tung der Spiel­re­geln.
Fes­tigt sich das Team (die Fami­lie) tritt der Team­lei­ter (die Eltern) in den Hin­ter­grund und beglei­ten den Pro­zess (unse­re Aus­nah­me­si­tua­ti­on) sozu­sa­gen als Coach.

Es hängt von der Art der Füh­rung ab, wie­viel Selbst­ver­ant­wor­tung die Grup­pe bereit sein wird zu über­neh­men.

Aua, das hat jetzt weh getan. Habe ich da etwas über­se­hen?
War – Mut­ti macht letzt­end­lich doch alles – der fal­sche Weg?
Wenn ja, habe ich jetzt noch die Chan­ce etwas zu ver­än­dern?

Die gute Nach­richt ist JA! Wir haben immer und jeder­zeit die Mög­lich­keit Din­ge zu ver­än­dern, aus einer ande­ren Per­spek­ti­ve zu betrach­ten und zu ver­bes­sern.

Nüt­zen wir doch jetzt die Chan­ce und sehen wir in die­ser Aus­nah­me­si­tua­ti­on
„Das Gute im Schlech­ten“.

Hier ein Vor­schlag von mir, um schnell kla­re Struk­tu­ren, ange­pass­te Regeln und Umgangs­for­men im Fami­li­en­all­tag ein­zu­füh­ren.

 

Pla­kat­ar­beit (Zei­chen­pa­pier geht auch) für mehr Struk­tur im All­tag“

Ablauf:

  • Zie­le sam­meln und nach Wich­tig­keit ord­nen
  • zeich­nen ist auch eine Alter­na­ti­ve
  • arbei­tet man mit klei­nen Zet­teln oder post-it, kann man
    mehr­mals umän­dern und ord­nen

Spiel­re­geln:

  • alle Fami­li­en­mit­glie­der machen mit
  • jede Stim­me zählt
  • es wird wert­schät­zend kom­mu­ni­ziert

 

PLAKAT 1: Was ist unser Ziel?

 

PLAKAT 2: Wie wol­len wir mit­ein­an­der umge­hen?

 

PLAKAT 3: Wie kön­nen wir das Ziel errei­chen?

 

PLAKAT 4: Auf­ga­ben­ver­tei­lung

 

Eine krea­ti­ve und den­noch ein­fa­che Metho­de für mehr Struk­tur (für das Leben im Aus­nah­me­zu­stand) und einen leich­te­ren All­tag.

Ich wün­sche euch
einen struk­tu­rier­ten und ange­neh­men All­tag,
viel Mut und Freu­de

Rose­ma­rie Peer
www.rosemariepeer.at

Fort­set­zung folgt…